Akute Aufstiegsgefahr

In guten Zeiten ist es schwer zu schreiben. Gute Zeiten hat der FC im Moment. Seit diversen Spielen ungeschlagen, stetig ansprechende Leistungen und ein Umfeld, dass so ruhig ist wie schon seit langer Zeit nicht mehr. Kurz gesagt: es macht Spaß. Nur eins könnte diesen Spaß ganz schnell wieder zerstören: der Aufstieg! Was in erster Linie absurd klingt, macht Sinn. Denn steigt der FC auf, steigt er auch sofort wieder ab. Der Kader ist einfach noch zu aufgeblasen. Wir brauchen Zeit ihn endgültig an das neue Konzept anzupassen. Das geht nicht mal eben so. Und vor allem nicht in Liga 1, sondern viel besser im ruhigen Schatten der Liga 2.

In guten Zeiten werden Altlasten nämlich gerne vergessen. Es fühlt sich zwar nicht so an, aber Novakovic ist immer noch Spieler des 1. FC Köln. Ebenso Riether, Peszko und Geromel. Im schlimmstem Fall stehen die in der 1. Liga wieder hier auf der Matte und sitzen ihren Vertrag ab. Und von der anderen Seite betrachtet gehören Leistungsträger wie Ujah, Royer und Strobl nicht dem 1. FC Köln. Vielleicht sind die bei einem Aufsteig auch wieder weg. Das heißt: kein Geld, kein Spielraum für neue Investitionen, Rückfall in alte Zeiten, Abstieg. Das Konzept braucht in Liga zwei nicht viel Geld. Man setzt auf junge Spieler. Das funktioniert. Und wenn dann ein Ujah, so schwer das fällt, den Verein am Ende der Saison verlassen muss, dann ist er eben Opfer des Konzepts. Mittelfristig macht das Sinn.

Dazu kommt, dass die 2. Liga diese Saison keine gute ist. Oben stehen lediglich die Finanzschweren Absteiger Lautern und Berlin, sowie Überraschungsteam Braunschweig. Der Rest ist – mit Verlaub gesagt – schwach. Es besteht also die große Gefahr, dass das Team völlig überbewertet ist. Zum Vergleich: letzte Saison wäre man zu diesem Zeitpunkt mit 43 Punkten abgeschlagener sechster gewesen. 9 Punkte auf den Relegationsplatz.

Wir müssen aufpassen nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. Ein Aufstieg ist reizvoll, aber gefährlich. Besser wäre es bescheiden zu bleiben, am vor der Saison gesteckten Ziel festzuhalten (Aufstieg in zwei Jahren), die gute Arbeit in Liga zwei fortzuführen und den Verein auf stabile Beine zu stellen. Nächstes Jahr macht der Aufstieg genauso viel Spaß und bringt die große Chance länger Bestand zu haben.

Das große Problem an der Sache ist eins: es liegt nicht in unserer Macht. Wir fangen natürlich jetzt nicht an absichtlich zu verlieren oder die Niederlage herzurotieren. Wir können nur hoffen, dass wir am Ende den kürzeren ziehen und nicht aufsteigen. Und das am besten auch ohne ein nervenaufreibendes Relegationsspiel. Denn eins ist klar. Ich freue mich über jedes Tor und jeden Sieg. Am Ende natürlich auch über den Aufstieg. Gut wäre der trotzdem nicht.

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