leidenschaftliebe.

LEIDENSCHAFFTLIEBE IST

eine Fußballkolumne. Sie betrachtet das Geschehen aus der Sicht eines FC-Fans, verliert dabei aber auch andere Stadien nicht aus dem Blickfeld. Der Name ist einem simplen Brainstorming zum Thema 1. FC Köln entsprungen. Die Leidenschaft und Liebe stehen bei jedem Fan eines Vereins im Vordergrund. Wie eng das allerdings mit viel Leid verbunden ist, wissen die Meisten auch. Vor allem die Fans des FC.

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LEIDENSCHAFFTLIEBE SAGT HEUTE

Problematik Söldnertum

“Scheiss Legionäre” ertönte es immer wieder durch die Kölner Kurve, als die Fans des nun wieder Zweitligisten aus der Metropole im Rheinland ihren Frust über eine erneute Klatsche verdeutlichten. Die einen grölten lauthals mit, die anderen beschwerten sich bei diesen mit den Worten “Man solle doch die Jungs auf dem Rasen mal in Ruhe lassen und lieber motivieren, statt zu verunsichern”. Doch spätestens Ende März, nachdem der FC in Augsburg zurück lag und Geromel bei seiner Auswechselung die Binde an Riether geben sollte, diese dem Mittelfeldspieler jedoch zu warf statt sie ehrenhaft zu übergeben und die Kapitänsbinde (einst getragen von rot-weißen Legenden, wie beispielsweise Klaus Allofs oder Wolfgang Overath) auf dem Boden landete. Bezeichnend dafür, weshalb Gesänge, wie “Ihr mach den FC kaputt…” durch das Stadion hallten. Spätestens seit diesem Moment, war es den oben genannten Verfechtern des Schutzes der Spieler egal, ob man die Kölner Elf beleidigte. “Wir wurden oft genug enttäuscht. Dass ich mich vor die Jungs stelle und sie verteidige gehört der Vergangenheit an”, so sagte es mir ein FC-Fan der älteren Generation am vorletzten Spieltag in Freiburg. Einen Monat zuvor, bei der Derby-Blamage im Feindesland im Osten der Niederlande, hat er sich noch gegen die Pöbelei gegen die sogenannten “Söldner” gewehrt. Und das wohlgemerkt bei einem 0:3 in Mönchengladbach!

Doch was verbirgt sich hinter diesem Söldnertum im Profi-Fussball?  Haben die Spieler, die heute die Hamburger Raute, die Berliner Fahne oder unseren Kölner Geissbock auf der Brust tragen, keine Ahnung was für uns auf dem Spiel steht? Denken diese Leute wirklich so, dass wenn sie absteigen, sie einfach wechseln werden? Ich dachte dies nicht, bis ich nun mit Tränen auf die vergangene Saison zurückblickte. Es kann doch nicht sein, dass diese Legionäre nicht wissen, oder es vielleicht wissen aber es sie nicht interessiert, was in unseren Köpfen hervorgeht. Ich war in Augsburg dabei, als drei Kölner Busse die Spieler am Augsburger Flughafen abfingen und sie zur Rede stellten. Ich sah tief in ihre Gesichter und ich habe gemerkt, dass wir ihnen nicht egal sind. Aber was nach Augsburg passierte, lies mich merken, dass ich mich nach den Geschehnissen in der schwäbischen Stadt täuschte. Abgestiegen… das muss man erstmal verarbeiten. Es ist passiert,  jetzt müssen gucken wie es weitergeht. Und damit meine ich nicht die neue Saison, sondern das, was nun auf dem Transfermarkt passiert. Wer zeigt Herz und wird auch in der zweiten Liga bleiben. Ich ziehe meinen Hut vor jedem, der in Köln bleibt, obwohl das eigentlich Normalität sein sollte. Und gerade weil dies zur Normalität geworden ist, trauere ich um mein Spiel, Fussball, fest in der Hand des Kommerz. Ich möchte nicht wieder auf der alten Leier herumtanzen: Kommerz stoppen, Tradition erhalten… Dazu wurde genug gesagt und es wurde zu oft ignoriert, aber ich möchte verdeutlichen, wie sehr es uns Fans am Herzen liegt, dass sich Spieler für den Verein begeistern.

Nun hat uns das Söldnertum also in fester Hand. Das Gerücht, der Kapitän, Pedro Geromel würde in Kontakt mit Bayer 04 Leverkusen stehen, bestätigt dies. Ziehen wir Vergleiche: früher wurdest du als FC-Profi belächelt, wenn du nicht nach kölscher Mundart redest. Heute sind wir froh, wenn die Spieler gebrochen Deutsch sprechen. Das war übrigens bis vor wenigen Jahren in Köln anders, ich erinnere an Dirk Lottner, Alexander Voigt und Carsten Cullmann. Gut, kein sportlicher Genuss, aber Spieler, die wissen, wofür sie ihren Lohn beziehen. Schuld daran: Der Herr mit seinen kolumbianischen Verbindungspersonen für “schneeweiße” Geschäfte, getarnt als Torwart. Christoph Daum brockte uns 30 Millionen Schulden ein, Talente wurden missachtet. Okay, ich möchte mich nicht mit dem Thema Daum auseinandersetzen, aber als Information am Rande sicherlich nicht uninteressant. Ein weiteres Beispiel dafür, dass man auch mit Talenten aus der Region Erfolg haben kann beweist ein spanischer Erstligist: Athletic Bilbao setzt nur auf Spieler aus dem Baskenland, zur Info: Bilbao stand im Europapokalfinale 2012.

Warum also nicht den B-Jugend Meistern von 2011 Schnellhardt und Weiser, den U17-Europameistern von 2009 Yabo, Buchtmann und Basala-Mazzana die Chance geben. Statt einen neuen Torwart zu kaufen, sollten wir Timo Horn, fast 19-Jahre und Jugendnational Torhüter in das Rechteck stellen. Niemand wird dem Trainerstab böse sein, wenn der Wiederaufstieg mit der Jugend nicht klappt. Ich hoffe, unser neuer Vorstand wird nun einen kompetenten Sportdirektor holen, einen fähigen Trainerstab zusammenstellen und ein kölsches, hungriges und junges Team, gespickt mit einigen erfahrenen Leitwölfen aufbauen, um unseren 1.FC Köln wieder unter die Top-Ten der ersten Fussballbundesliga zu führen.

Frei nach den Höhnern: Wenn nicht jetzt, wann dann? Auf zu neuen Ufern!

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