Der Trainer ist tot, es lebe der Trainer!

Ein neuer Trainer beim ersten FC Köln ist nichts neues. Dieser Trainerrückzug kam allerdings überraschend und bis heute sind die tatsächlichen Beweggründe Stanislawskis nicht nachvollziehbar. Schade! Ich halte ihn immer noch für einen perfekten Trainer für den FC. Was bleibt ist dennoch nur ihm alles Gute auf seinem weiteren Weg zu wünschen. Passen se auf Herr Stanislawski, sonst haben se ganz schnell das Image des Judas weg. Fragen se mal Herrn D.

Neu im FC-Land ist d’r Pitter. Der Stöger. Österreichischer Erfolgscoach. Aber mit diesen Vorschusslorbeeren kam auch damals der Kollege Solbakken (den ich übrigens noch immer für einen guten Trainer halte) aus Norwegen. Ich könnte jetzt die alte Leier auspacken, dass Stöger einen sehr guten Eindruck macht, dass er kompetent wirkt, dass er Charakter hat. Aber, aber, aber, dass uns das keinen Erfolg garantiert wissen wir ja und belassen es einfach bei folgender Aussage: mein Bauchgefühl sagt mir, er ist der Richtige!

Wie ein Startschuss wirkte die Bekanntgabe der Verpflichtung Stögers. Ein neuer Innenverteidiger hat unterschrieben: Golobart. Jung, erfahren, ablösefrei. Gut! Außerdem der vermutliche Königstransfer: Risse. Ebenfalls jung, ebenfalls sehr erfahren für sein Alter und teuer war auch der nicht. Ebenfalls gut! In den nächsten Tagen werden uns dann noch einige verlassen (vor allem Clemens und Ujah), aber schafft man es noch einen treffsicheren Stürmer an Land zu ziehen – vielleicht sogar Ujah zu halten -, ja dann sieht das doch alles ganz vielversprechend aus.

Ich jedenfalls blicke mal wieder optimistisch in die neue Saison. Aber auch das ist ja nichts neues.

Akute Aufstiegsgefahr

In guten Zeiten ist es schwer zu schreiben. Gute Zeiten hat der FC im Moment. Seit diversen Spielen ungeschlagen, stetig ansprechende Leistungen und ein Umfeld, dass so ruhig ist wie schon seit langer Zeit nicht mehr. Kurz gesagt: es macht Spaß. Nur eins könnte diesen Spaß ganz schnell wieder zerstören: der Aufstieg! Was in erster Linie absurd klingt, macht Sinn. Denn steigt der FC auf, steigt er auch sofort wieder ab. Der Kader ist einfach noch zu aufgeblasen. Wir brauchen Zeit ihn endgültig an das neue Konzept anzupassen. Das geht nicht mal eben so. Und vor allem nicht in Liga 1, sondern viel besser im ruhigen Schatten der Liga 2.

In guten Zeiten werden Altlasten nämlich gerne vergessen. Es fühlt sich zwar nicht so an, aber Novakovic ist immer noch Spieler des 1. FC Köln. Ebenso Riether, Peszko und Geromel. Im schlimmstem Fall stehen die in der 1. Liga wieder hier auf der Matte und sitzen ihren Vertrag ab. Und von der anderen Seite betrachtet gehören Leistungsträger wie Ujah, Royer und Strobl nicht dem 1. FC Köln. Vielleicht sind die bei einem Aufsteig auch wieder weg. Das heißt: kein Geld, kein Spielraum für neue Investitionen, Rückfall in alte Zeiten, Abstieg. Das Konzept braucht in Liga zwei nicht viel Geld. Man setzt auf junge Spieler. Das funktioniert. Und wenn dann ein Ujah, so schwer das fällt, den Verein am Ende der Saison verlassen muss, dann ist er eben Opfer des Konzepts. Mittelfristig macht das Sinn.

Dazu kommt, dass die 2. Liga diese Saison keine gute ist. Oben stehen lediglich die Finanzschweren Absteiger Lautern und Berlin, sowie Überraschungsteam Braunschweig. Der Rest ist – mit Verlaub gesagt – schwach. Es besteht also die große Gefahr, dass das Team völlig überbewertet ist. Zum Vergleich: letzte Saison wäre man zu diesem Zeitpunkt mit 43 Punkten abgeschlagener sechster gewesen. 9 Punkte auf den Relegationsplatz.

Wir müssen aufpassen nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. Ein Aufstieg ist reizvoll, aber gefährlich. Besser wäre es bescheiden zu bleiben, am vor der Saison gesteckten Ziel festzuhalten (Aufstieg in zwei Jahren), die gute Arbeit in Liga zwei fortzuführen und den Verein auf stabile Beine zu stellen. Nächstes Jahr macht der Aufstieg genauso viel Spaß und bringt die große Chance länger Bestand zu haben.

Das große Problem an der Sache ist eins: es liegt nicht in unserer Macht. Wir fangen natürlich jetzt nicht an absichtlich zu verlieren oder die Niederlage herzurotieren. Wir können nur hoffen, dass wir am Ende den kürzeren ziehen und nicht aufsteigen. Und das am besten auch ohne ein nervenaufreibendes Relegationsspiel. Denn eins ist klar. Ich freue mich über jedes Tor und jeden Sieg. Am Ende natürlich auch über den Aufstieg. Gut wäre der trotzdem nicht.

Die letzten Wochen

Ein Gastbeitrag von Yannik.

Zunächst einmal bitte ich, meine Inaktivität zu entschuldigen. Ich habe die letzten Wochen einige FC-Erlebnisse dokumentiert, um sie mit euch zu teilen.

30.07. Der große Umbruch

Die Saison steht vor der Tür. Miso Brecko ist neuer Kapitän. Rensing, Geromel und Novakovic konnten nicht verkauft werden. Die „Taktik“, schon zu Beginn der Vorbereitung klar zu machen, mit wem man nicht weiter plant, anstatt den betroffenen Spielern eine faire Chance zu bieten oder zumindest auf dem Transfermarkt die Chance zu vergrößern, diese loszuwerden, ist – wie von mir prophezeit – nicht aufgegangen.
Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass der FC kein Geld hat und es sich daher nicht leisten kann, solche Spieler zu behalten. Gegenfrage: Kann sich der FC leisten, Novas Vertrag aufzulösen? Wir reden hier von einem Spieler, der in der vorletzten Bundesligasaison 17 Tore geschossen hat. Ein Spieler, der eine schwache Saison hatte, nachdem ihn eine Verletzung zurück geworfen hatte, und der in der 2. Liga sicherlich sein altes Potenzial wieder erreichen könnte.
Ich kann absolut nachvollziehen, dass man einen Umbruch für nötig hält, jedoch ist er meiner Meinung nach zu radikal. Ich bin nicht der Meinung, dass man es sich als 1. FC Köln leisten kann, zu sagen: Wir spielen nicht um den Aufstieg. Ich bin überzeugt davon, dass in unserer jungen Truppe erfahrene Spieler wie Nova fehlen. Und auch wenn ich Gefahr laufe, Boulevard-Niveau anzunehmen: Ich kann nicht nachvollziehen, wie man Miso Brecko zum Kapitän ernennen kann. Das liegt nicht mal an seinen Saufeskapaden. Ein solches Verhalten ist zwar für einen Profifußballer unprofessionell, noch dazu, wenn die Leistung nicht stimmt, aber das kann man als einmaligen Ausrutscher noch durchgehen lassen.
Was ich nicht verstehe, ist, dass man vom großen Umbruch redet, der meiner Meinung nach auch notwendig ist, wenn man die Spiele der Rückrunde gesehen hat, und dann Miso Brecko zum Kapitän macht, der in dieser Phase auch nicht gerade ein Leistungsträger war.
Wie gesagt, ich kann es nicht nachvollziehen. Das heißt aber nicht, dass ich diese Entscheidung ablehne, denn der einzige Mann, der diese Entscheidung nachvollziehen können muss, ist der Trainer. Meine Meinung würde mit Sicherheit auf jedem Stammtisch Zustimmung finden, jedoch war ich bei keinem Training dabei und weiß nichts über die Führungsqualitäten eines Miso Brecko. Ich vertraue Holger Stanislawski, weil ich ihn für einen sehr befähigten Trainer halte.

05.08. Es geht wieder los

Sonntagmorgen. Ich bin gerade aufgewacht. Der Wecker hat offenbar keine Wirkung gehabt, denn meine Schwester fragt mich in diesem Moment: „Wann ist euer Treffpunkt?“
Ich antworte: „Viertel nach 7, wieso? Wieviel Uhr haben wir denn?“ und meine Schwester antwortet, zu meinem Entsetzen, „Zehn nach 7“. Da die Abfahrt für viertel vor Acht geplant war, hatte ich also 35 Minuten, um von Kalk nach Ehrenfeld zu kommen.
Daher beschloss ich, ein Taxi zu nehmen. Angesichts der Tatsache, dass der Taxifahrer den Weg nicht kannte und zu allem Überfluss noch eine Straße gesperrt war, war ich überrascht und erleichtert, als ich um halb 8 ankam. In diesem Moment wusste ich: Es geht wieder los!
Nun war ich zwar pleite und zudem übermüdet, als wir in Braunschweig ankamen, doch die Müdigkeit legte sich spätestens beim Einklatschen. Auch die Mannschaft wirkte aufgeweckt und zeigte einige gute Ansätze, jedoch kam sie meist nicht darüber hinaus. Wenn man sich über das ganze Spiel keine echte Torchance erarbeitet, muss man sich auch nicht wundern, wenn das Spiel dann aufgrund einer missglückten Abseitsfalle unglücklich verloren geht. Trotzdem stimmte mich das Gesehene optimistisch.
Einige positive Momente muss ich noch erwähnen: Als der Capo der Wilden Horde zum ersten Mal wieder auf den Zaun stieg, wurde er mit Applaus begrüßt, und als er in der Halbzeit alle, die zu den Stadionverbotlern stehen, dazu aufforderte, die Hände zu heben, hob fast der ganze Block die Arme. Solidarisierung statt Spaltung! Wir FC-Fans müssen zusammenhalten, um immer eine Atmosphäre wie beim Spiel in Braunschweig erreichen zu können. Atemberaubend war es, als 3 Minuten lang als Wechselgesang „Come on FC“ skandiert wurde, wobei beide Seiten versuchten, sich gegenseitig zu übertönen. Dies sind die Momente, in denen man stolz auf die eigene Fanszene sein kann – bleibt nur zu hoffen, dass das demnächst auch auf die Mannschaft auf dem Platz zutrifft, die immerhin Kampfgeist zeigte.

10.-12.08. FC-Wochenende

Das „halbe Geisterspiel“ gegen Sandhausen verfolgte ich zunächst von der Westkurve aus, da ich erst kurz vorher eine Karte für den Bereich W18 bekommen hatte. Es stellte sich allerdings als unproblematisch heraus, zu den Blöcken O16 bis O18 zu kommen, wo der Großteil der aktiven Fanszene sich an diesem Tag angesiedelt hatte. Auch diesmal sah ich ein sehr ambitioniertes Auftreten unserer Jungs, die einen Sieg durchaus verdient gehabt hätten.
Am Tag darauf spielte dann die U21 gegen die Sportfreunde Siegen. Spielerisch war es ein Reinfall, musste sich die junge Elf von Dirk Lottner doch mit 0:4 geschlagen geben. Support gab es von Kölner Seite auch nicht und dadurch, dass ich 5 Minuten zu spät im Stadion ankam, ging auch die Information, dass die Kölner Szene sich auf die Sitzplätze begibt, an mir vorbei. Ich gesellte mich derweil zu ein paar selbsternannten Experten, wie man sie von jedem Stammtisch kennt.
Positiv ist anzumerken, dass der Siegener Anhang ein Spruchband mit der Aufschrift „Alemannia schau nicht weg – Tivoli versinkt im braunen Dreck“ zeigte und damit auf die aktuelle Problematik in der Aachener Fanszene aufmerksam machte. Der Support war für Regionalliga-Verhältnisse ansonsten auch ganz gut, was sicher auch am Ergebnis lag (wenngleich ich den Slogan „Auf geht’s Siegen, kämpfen und siegen!“ immer noch amüsant finde).
Den Besuch von Poldis Abschiedsspiel sparte ich mir dann auch, was ich, wie sich herausstellte, abgesehen von der Tatsache, dass es Poldis Abschiedsspiel war, auch nicht bereuen sollte, aber was will man auch erwarten, wenn man mit einer solch jungen ersatzgeschwächten Mannschaft gegen die B-Elf von Arsenal London antritt. Alles in allem war es sportlich mal wieder kein schönes Wochenende aus Sicht eines FC-Fans, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. In diesem Sinne steigt schon jetzt die Vorfreude auf das Pokalspiel in Unterhaching. Come on FC!